Die Biere werden sich dabei sowohl von der Qualität des Geschmacks, als auch vom Preis
her meiner Kritik stellen müssen. Im vornherein möchte ich mich schon mal bei den
japanischen Brauereien für den Rufmord entschuldigen, den ich gleich begehen werde;-) Dazu gibt es dann auch noch ein paar wissenswerte Fakten
über die jeweiligen japanischen Biersorten.
Nodogoshi Nama(5%) Nodogoshi ist eigentlich kein Bier sondern ein Bierimitat, hier als Happoshu klassifiziert. Es beinhaltet zwar Wasser, Hopfen und Hefeextrakt, geht aber nicht als Bier durch. Auch nicht vor der Steuer, wo es als Niedrig-Malzbier angesiedelt wird. Das könnte der Grund sein, wieso das Zeug so billig ist. Die Steuern auf Bier sind ziemlich hoch hierzulande. Es schmeckt recht synthetisch. Enorm dünn, säuerlich und mir wird umgehend übel davon. Die Färbung ist dunkelgelb und es schäumt nicht, oder zumindest kaum.
Sapporo Nama (5%) Sapporo Bier ist ähnlich wie Nodogoshi, darf sich aber schon Bier nennen. Wieso, weiß ich auch nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Malzgehalt über 67% ist,
aber sicher bin ich da nicht. Der Geschmack ist sehr dünn, ein wenig malzig und irgendwie abgestanden, selbst wenn man es gerade geöffnet hat. Die Färbung kommt mir auch etwas
dunkel und trüb vor, wie beim Nodogoshi . Dafür schäumt es aber vernünftig und ist billig.
- Sapporo Bier gibt es seit 1876
Asahi Super Dry (5%) – Asahi Super Dry ist hier so ein typisches Standardbier. Es ist in
jeder Hinsicht im Mittelfeld anzusiedeln. Das Sixpack 0,3er tummelt sich bei circa 7,20€, schäumt, schmeckt dünn, aber nicht abstoßend. Der Geschmack soll wahrscheinlich herb
sein, hat diesen aber um eine Nuance verfehlt und schmeckt eher bitter. Die Färbung ist
ein normales gelb, mutet jedenfalls nicht chemisch an.
- Asahi Breweries Ltd. (Asahi Bīru Kabushiki Gaisha) ist der zweitgrößte Brauereikonzern
in Japan
- Asahi Super Dry ist mit Malz, Hopfen, Mais und Reis gebraut
- Man kann es übrigens auch in Deutschland in Asia Shops kaufen, kostet etwa 1,50€
- Das erste Asahi Bier wurde 1892 gebraut
Hier nochmal was niedliches...
...die Ein-Schluck-Dose für zwischendurch.
Kirin Lager Bier (5%) - Mein Liebling unter den Mittelklasse Bieren. Zwar dünner
Geschmack, im Gegensatz zu Asahi Super Dry aber am herben Geschmack etwas
näher dran. Schaumig, biergelb und leicht bitter im Nachgeschmack. Es haut nicht
vom Hocker, stößt aber auch nicht unbedingt ab. Ich würde sagen, Oettinger ist auf
der Ekelskala zwischen Asahi Super Dry und Kirin Lager Bier anzusiedeln. Vom
Preis her nehmen sich Asahi und Kirin nichts.
- Kirin Lager Bier - beansprucht für sich, die älteste Biermarke Japans zu sein (1888).
In den Anfangsjahren führten Amerikaner und Engländer das Unternehmen, während
Deutsche die Produktion (das Brauen) überwachten
- Kirin - Japanischer Biermarktbeherrscher, gehört zu Mitsubishi
Yebisu Premium (5% und das Y in Yebisu wird nicht gesprochen) Schäumt ordentlich,
Färbung ist ein sattes gelb und beim Öffnen der Dose kommt einem gleich ein wohliger, prickelnder Biergeruch entgegen. Der Geschmack ist immer noch recht dünn, aber
malzig und leicht sauer. Yebisu spricht dafür aber eine hohe Zahl von
Geschmacksrezeptoren an, vielleicht könnte man es von der Qualität mit Gilde
gleichsetzen (für alle Braunschweiger - so wie Wolters), man trinkt es, wenn es
nichts anderes gibt, aber hier ist Yebisu ein Highlight.
- Als Dortmunder Exportlager klassifiziert
- Ist durch Animes berühmt geworde (Evangelion - Misato Katsuragis Lieblingsbier,
Akira)
- Bier im deutschen Stil 1890 in Tokio gegründet neugegründet1971 von Sapporo
Breweries
Kirin Braumeister (5,5%) Mein Lieblingsbier in Japan. Nicht nur, dass es eine
halbe Umdrehung mehr hat als die anderen, es kommt auch vom Geschmack her
norddeutschem Bier recht nahe. Es ist herb, schäumt tüchtig, aber kaum dünn.
Zwar Lager anstatt Pils, aber wirklich in Ordnung. Nur leider befindet sich Kirin
Braumeister auch vom Preis her ganz oben. Mit 8-9€ für das Sixpack muss man
schon rechnen.
- Wasser, Hopfen, Reis, Malz
- Dieses Bier, gebraut von unserem besten Braumeister, kompromisslos nach
seinen Idealen (so steht es in altdeutschen Lettern auf der Dose)
6 Kommentare:
Ich bin zwar kein Bierkenner, aber der Report ist doch sehr cool. Das Bier scheint generell ziemlich teuer in Japan zu sein und die meisten Sorten sind sehr wässrig. Ich Frage mich wie Japaner wohl reagieren, wenn sie Bier in Deutschland trinken. Naja wenn sie höchstens Oetinger gewohnt sind.. *g*
Tja, beschwert haben sie sich zumindest nicht;-)...einer fand sogar Kölsch gut und das will was heißen.
wofür ist dieses chibi asahi eigentlich gut? o_Ô die erste ganze dose bier für minderjährige? den heimlichen schluck für zwischendurch? schon seltsam, auf was für ideen die kommen.. am liebsten würde ich dir ja mal ein paket guter alter deutscher biere schicken, allerdings wüsste ich nicht, ob die über den zoll kämen oder davon abgesehen heile blieben..
Und teuer ist es auch. Bier verschicken macht auf Dauer arm. Ich hab hier schon versucht, deutsches Bier zu bestellen, aber hier in der Provinz ist das nicht so leicht. Müsst mal in nen Spirituosenladen gehen. Wenn die mal Lust haben ein bisschen rumzutelefonieren, kriegen sie's vielleicht gebacken. Daran scheiterts nämlich bisher. Der Barkeeper meines Vertrauens ist faul! Die kleinen Dosen sind schon lustig, nech. Ich dachte erst, sie sind vielleicht nur'n Jux, der niedlich aussehen soll, aber langsam glaub ich, da steckt was psychologisches dahinter. Manche Leute hier vertragen einfach nix. Die meisten jüngeren Leute erzählen mir eh, dass sie ne Alkoholallergie haben. Was Quatsch ist. Sie halten's nur nicht aus und eine ganze 0,3er Dose schafft halt nicht jeder. Deswegen könnte ich mir denken, dass die kleinen Dosen für diejenigen sind, die nicht so viel trinken können. Nebenbei geben die kleinen Dosen ihnen vielleicht dann das Gefühl, eine ganze Dose getrunken zu haben. Ich weiß es nicht...
was ich dich die ganze zeit schonmal fragen wollte (auch wenn's mit dem thread nichts zu tun hat).. träumst du eigentlich schon manchmal auf japanisch? mir ging's in england (damals) nämlich schon nach acht tagen so ^^
Nicht dass ich wüsste. Normal träum ich noch auf Deutsch und manchmal auch auf English. Englisch sprech ich hier am zweithäufigsten. Ich würd natürlich am liebsten immer Japanisch sprechen, aber als Ausländer hat man hier nunmal viel mit anderen Ausländern zu tun und die sprechen halt Englisch. Manchmal, wenn ich ne Weile mehr Japanisch gesprochen habe, denke ich ansatzweise in Japanisch. Die Sprache ist aber nicht ganz so einfach und für mich auch noch nicht halb so natürlich und vertraut wie Englisch. Aber es wird mit jedem Monat besser, das spür ich.
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