Montag, 29. September 2008

Zapfenstreich - Letzter Post

Seit einer Weile bin ich schon am vorbereiten, putzen und packen, denn morgen mache ich mich auf den Weg zurück nach Deutschland. Als Fazit: War ganz nett, ich würde es wieder tun, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme.

Ich weiß nicht, was ich noch großartiges schreiben kann. In 3 Stunden ist Endkontrolle meines Zimmers und es sieht hier noch aus wie im Schweinestall. Hab gerade den Kühlschrank geputzt, aber die Toilette macht mir noch Sorgen, genauso wie die Wände. Ich frag mich, ob der Dreck überhaupt von mir sein kann, oder ob der schon vorher da war. Na ja, wird den, der mir das Zimmer abnimmt nicht interessieren. 

Heute Abend werd ich wohl nochmal in meiner Lieblingsbar reinschauen und was ich morgen mache, bis der Zug fährt, weiß ich noch nicht. Da ist ein bisschen Zeit übrig...

Also dann, bis bald in Hannover, Hamburg oder irgendwo...

Viele Grüße - Tim

 

Donnerstag, 21. August 2008

\(o ̄∇ ̄o)/ふあー Fertig mit Sommerschlaf

Moin moin, ich dacht ich meld mich mal wieder. Wie erwartet entpuppt sich der August als eher langweilig. Einer der Deutschen ist mir geblieben, ansonsten besteht mein soziales Umfeld größtenteils aus den Silberfischchen in meiner Toilette. Die Tage ähneln sich. Ich lerne, esse, putze, schlafe, gucke manchmal nen Film bei Gelegenheit, aber ansonsten ist hier nicht viel los. Vor zehn Tagen war das noch anders. Da gab es das große Feuerwerk in Mikuni. Ich hatte einen ziemlich schlechten Platz. Vorm Strand und vor allem vor einem Häuschen, das einem mit seinem Dach die Sicht auf das niedrigere Feuerwerk versperrt hat. War aber ok. Das Feuerwerk war an sich recht gigantisch, wenn ich es mit dem Schützenfest in Hannover vergleiche. Will nicht wissen, was das gekostet hat oder wieviele Tonnen CO2 unseren Untergang beschleunigt haben, aber an sowas will man ja nicht denken, wenn man sich ein hübsches Feuerwerk anguckt. Dafür sind japanische Autos umweltschonender. Hab ich zumindest mal gelesen.

Aber auch normales Feuerwerk wird irgendwann langweilig, deshalb habe ich in der Sekunde der Detonation die Kamera leicht bewegt, sodass daraus so manch lustige Gestalt enstanden ist. Das Photo hier rechts sieht ein bisschen nach einem Engel aus. Einem Racheengel, der die Pforte zur Hölle öffnet (,,#゚Д゚). Auf jeden Fall kann ich es nur empfehlen, ab und zu mal die Kamera zu bewegen, da können lustige Figuren bei entstehen. 

Das heiße Wetter hat der Atmosphäre und guten Stimmung hier im Sommerparadies Fukui aber eher geschadet. Zur Zeit rasten die Japaner auch mal aus. Angefangen hat die Serie mit einem meiner Lehrer. Als sich ein nicht eingetragener Student versucht hat, sich in seinen Unterricht zu setzen, wurde er leicht aggressiv und schimpfte ihn lautstark raus. Ein Schock. Kurze Zeit später war ich bei einem interkulturellen Abendessen im I.C. (klingt lediglich hochtrabend). Da kam irgendwann so'n Typ aus, der aussah wie Wolle Petry im Methadonprogramm und beschimpfte die anwesenden 20 Leute. Ich wünschte ich hätte ihm zugehört, dann wüsste ich jetzt, ob er nen rassistischen Spruch abgelassen hat oder einfach nur so mal um sein Leben laufen wollte.

Ich werd bei dem Wetter auch temperamentvoller. Ich find, die Sonne bekommt mir nicht. Macht auch irgendwie dumm. Heute hat es sich allerdings mal richtig abgekühlt. Fast auf etwas, das ich als gemäßigt empfinden würde. 

Am Sonntag fahr ich nach Hiroshima für 5 oder 6 Tage, also eigentlich fahr ich 2 Tage und bin dann 4 da, denk ich. Klingt nach Unsinn, ich will da aber mal hin. ...mach ich dann auch.

Also dann ;-)

Donnerstag, 24. Juli 2008

Der Countdown läuft!!!

So, ab jetzt sind es noch etwa zwei Monate und ich muss sagen, dass ich aufgrunddessen innerlich tierisch frohlocke. Es ist nicht nur das deutsche Futter, das mir fehlt. Es ist auch der Witz von einem Sommer, der sich was Spitzentemperaturen anbelangt, meistens über ein oder zwei Wochen erstreckt. Der Rest des deutschen Sommers ist dann ja recht erträglich. Hier ist es seit nem Monat über dreißig Grad heiß und das soll sich auch bis zu meiner Abreise am 1.Oktober kaum ändern, wie mir meine Tutorin heute erzählt hat. Da ich zwar eine Klimaanlage habe, diese aber ziemlich verabscheue, benutze ich meistens einen Ventilator oder einen Handfächer. Das bringt natürlich nicht viel. Auch die Tierwelt in Japan ist allmählich zum Leben erwacht. Täglich sehe ich Insekten von einem Ausmaß, wie ich es in mitteleuropäischen Breiten und selbst in Italien noch nicht gesehen habe. Japanische Insekten sind Zerg. Wer nicht weiß, was das ist, bitte sehr:

Das ist natürlich eine kleine Übertreibung und auch was die afrikanische Hitze angeht übertreibe ich wohl. Es kühlt manchmal auch auf gemäßigte 28 Grad ab. 

Dafür kann man dann wirklich wunderbar an den Strand gehen, was wir hier in letzter Zeit auch reichlich tun. Das Photo zeigt den Strand von Mikuni vor etwa anderthalb Wochen. Da soll in zwei Wochen ein großes Feuerwerk veranstaltet werden. Ich hoffe, ich hab Zeit um hinzugehen. In letzter Zeit ist meine Freizeit knapp bemessen, was man an meinem sich kaum verändernden Blog vielleicht erkennen kann. Im Moment ist Klausurenzeit und auch so bin ich meist mehr oder weniger eifrig am Lernen. Ende August werde ich noch mal nach Hiroshima fahren und im September nach Korea. Bis dahin wird hier wohl ziemlich tote Hose herrschen, da mein Umfeld in Kürze enorm zusammenschrumpft. Die Amis gehen zurück, die Deutschen machen größtenteils längere Ausflüge mit ihrer Verwandtschaft und ich werd mir nen gemütlichen August machen. Wahrscheinlich äußerst heiß, aber wenn ich mich weder bewegen noch denken muss ist das in Ordnung. Also dann, bis zum nächsten Blogeintrag - 안녕

Mittwoch, 30. April 2008

Raus aus der Versenkung

Bevor ich zwei Monate verstreichen lasse, ohne mich zu melden, schreib ich mal wieder was hier so vor sich geht. Im Moment bin ich guter Dinge, denn ich habe bei Seibu, einem Kaufhaus in der Innenstadt von Fukui alle Zutaten gefunden, die man für Tomaten und Mozzarella braucht. Ich hätte nicht gedacht, dass man solch einen guten Balsamico hier findet. Der Mozzarella war allerdings etwas merkwürdig. Außen regelrecht zäh und Innen bröckelig. War aber trotzdem lecker und auch allerhöchste Zeit nach 7 Monaten ohne dieses wundervolle Gericht.


Außer diesem Fund gibt es natürlich auch noch andere Dinge zu berichten. Vor kurzem war hier in Japan das Kirschblütenfest. Jedes Jahr, wenn die Kirschblüten blühen, versammeln sich die Leute darunter um zu Picknicken. Meist ist auch Bier im Spiel oder eine Samuraiparade.



Das ganze gab es dann auch noch in weiblich. Nett, oder?



Bei diesem Fest wurden Schüler, Studenten, Familien und Angestellte
von diversen ortsansässigen Bertieben in Köstume gesteckt und durften
verschiedene Epochen der japanischen Geschichte verkörpern.
Angefangen mit der Kofun-Periode, wo bei uns zur gleichen Zeit das Ende des Weströmischen Reiches und
Völkerwanderungszeit angesagt war, ging es bis in die späte Edo-Zeit. Die ging von 1603 bis 1867, glaub ich. 
Eigentlich drehte sich aber alles eher um das hier:



Auch hübsch bei Nacht.



Vor kurzem hat die Uni wieder angefangen, was bedeutet, dass ich mich wieder mit dem üblichen Kram rumschlage. Hausafgaben, Vokabeln lernen und auch Grammatik...die Zeichen lass ich gerad leider schleifen... Es passiert also nicht viel denkwürdiges. Lustig ist, dass ich endlich mal ein paar vernünftige Graffitis gefunden habe. Die sind hier sonst eher Mangelware.



Zum Schluss zu erwähnen, ist dann noch eine Geburtstagsfeier vor einer Woche. Einer von uns wurde 25 und dabei ordentlich überrascht. Vorher muss ich noch sagen, dass ich bedenken hatte, was die Überraschungen angingen, da er doch ein recht gläubiger und frommer Moslem ist/war. Weiß ich nicht genau.
Auf jeden Fall lauerten ihm einige von uns Abends in der Nähe von einem Parkplatz auf und als er vorbeikam, bekam er einen schwarzen Sack über den Kopf, wurde festgehalten und an den Beinen mit Klebeband gefesselt. Er hat sich ganz schön erschrocken, aber nach kurzer Zeit gemerkt, wer die Ganoven waren, die ihn entführten. Er hat trotzdem wie blöde geflucht. Angekommen im Wohnheim fand er sich dann von seinen Freunden umringt wieder, die ihm ein Geburtstagsständchen sangen.
Daraufhin musste er erstmal eine halbe Stunde sitzen und den Schock verdauen. Er hatte keine Ahnung, was noch kommen sollte.
Etwa eine Stunde nach dem ersten Schock, wurde er gebeten sich auf einen Stuhl zu setzen. Dann wurden ihm die Augen verbunden. Ich weiß nicht, ob er damit gerechnet hat, dass der Franzose und ein Chinese als Frauen oder besser gesagt Prostituierte verkleidet ihn umgarnen würden. War aber auf jeden Fall peinlich und ich habe ein paar Photos gemacht, auf denen man sein schmerzverzerrtes Gesicht sehen kann. Die zeig ich gern, wenn ich wieder in Deutschland bin. Sowas privates möchte ich ungern im Internet verewigt sehen. Da verfahr ich nach dem Motto: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andren zu. Vielleicht dieses eine. Das ist der Partyraum eine halbe Stunde
bevor es los ging.



Damit ist die Feier noch nicht zu Ende gewesen, aber hier soll es das erstmal gewesen sein. Ich hoffe, diese spannende Kleinstadt, in der ich hier lebe, gibt mir möglichst bald wieder einen Anlass, etwas zu schreiben.

Samstag, 1. März 2008

Oshima

Jetzt ist es schon ein bisschen länger her, dass ich auf Reisen ging, aber nach fast zwei Monaten ging es mal wieder raus in die weite weite Präfektur Fukui. Das Ziel war ein Ryokan, ein traditionelles japanisches Hotel in Awara, das für seine heißen Quellen bekannt ist. Heißes Wasser kann ich aber nicht leiden, deshalb hab ich geschlafen, als die anderen baden waren. War auch nicht schlecht. Echt erholsam. Die Hauptattraktion neben dem geselligen Beisammensein im Hotelzimmer war der Ausflug nach Oshima. Eine kleine Insel bei Mikuni, die durch eine Brücke mit dem Land verbunden ist. Der Legende nach wimmelt es dort von Geistern und anderen übersinnlichen Erscheinungen. Letztendlich habe ich keine gesehen, aber es gibt zwei Geschichten, die ich kurz erzählen möchte. Die erste handelt von jemandem, der auf einem Boot, glaub ich, ein Photo von Oshima gemacht hat, auf dem man nachdem das Photo entwickelt wurde enorm viele Hände über der Insel gesehen hat. Auf meinen Photos sind aber keine Hände. Ich hab gründlich nachgesehen. Die zweite Geschichte besagt, dass sich zwei Leute auf dem Rundkurs um die Insel nicht begegnen, wenn einer im Uhrzeigersinn und einer gegen den Uhrzeigersinn geht. Das haben wir leider nicht ausprobiert. Da es aber auch hin und wieder mal eine Weggabelung 
gibt, könnt ich mir das schon vorstellen, dass man sich unter Umständen
nicht trifft. Abgesehen von den Gruselgeschichten ist Oshima auch eine ziemliche
Naturschönheit.









Sonntag, 10. Februar 2008

Bier her, Bier her, oder ich fall um...

So, jetzt stell ich mal aus purer Langerweile sechs ausgesuchte japanische Biersorten vor.
Die Biere werden sich dabei sowohl von der Qualität des Geschmacks, als auch vom Preis
her meiner Kritik stellen müssen. Im vornherein möchte ich mich schon mal bei den
japanischen Brauereien für den Rufmord entschuldigen, den ich gleich begehen werde;-) Dazu gibt es dann auch noch ein paar wissenswerte Fakten 
über die jeweiligen japanischen Biersorten.


Nodogoshi Nama(5%) Nodogoshi ist eigentlich kein Bier sondern ein Bierimitat, hier als Happoshu klassifiziert. Es beinhaltet zwar Wasser, Hopfen und Hefeextrakt, geht aber nicht als Bier durch. Auch nicht vor der Steuer, wo es als Niedrig-Malzbier angesiedelt wird. Das könnte der Grund sein, wieso das Zeug so billig ist. Die Steuern auf Bier sind ziemlich hoch hierzulande. Es schmeckt recht synthetisch. Enorm dünn, säuerlich und mir wird umgehend übel davon. Die Färbung ist dunkelgelb und es schäumt nicht, oder zumindest kaum.



Sapporo Nama (5%) Sapporo Bier ist ähnlich wie Nodogoshi, darf sich aber schon Bier nennen. Wieso, weiß ich auch nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Malzgehalt über 67% ist, 
aber sicher bin ich da nicht. Der Geschmack ist sehr dünn, ein wenig malzig und irgendwie abgestanden, selbst wenn man es gerade geöffnet hat. Die Färbung kommt mir auch etwas
dunkel und trüb vor, wie beim Nodogoshi . Dafür schäumt es aber vernünftig und ist billig.
- Sapporo Bier gibt es seit 1876



Asahi Super Dry (5%) – Asahi Super Dry ist hier so ein typisches Standardbier. Es ist in
jeder Hinsicht im Mittelfeld anzusiedeln. Das Sixpack 0,3er tummelt sich bei circa 7,20€, schäumt, schmeckt dünn, aber nicht abstoßend. Der Geschmack soll wahrscheinlich herb
sein, hat diesen aber um eine Nuance verfehlt und schmeckt eher bitter. Die Färbung ist
ein normales gelb, mutet jedenfalls nicht chemisch an.

- Asahi Breweries Ltd. (Asahi Bīru Kabushiki Gaisha) ist der zweitgrößte Brauereikonzern
in Japan
- Asahi Super Dry ist mit Malz, Hopfen, Mais und Reis gebraut
- Man kann es übrigens auch in Deutschland in Asia Shops kaufen, kostet etwa 1,50€
- Das erste Asahi Bier wurde 1892 gebraut

Hier nochmal was niedliches...

...die Ein-Schluck-Dose für zwischendurch.



Kirin Lager Bier (5%) - Mein Liebling unter den Mittelklasse Bieren. Zwar dünner
Geschmack, im Gegensatz zu Asahi Super Dry aber am herben Geschmack etwas
näher dran. Schaumig, biergelb und leicht bitter im Nachgeschmack. Es haut nicht
vom Hocker, stößt aber auch nicht unbedingt ab. Ich würde sagen, Oettinger ist auf
der Ekelskala zwischen Asahi Super Dry und Kirin Lager Bier anzusiedeln. Vom
Preis her nehmen sich Asahi und Kirin nichts.

- Kirin Lager Bier - beansprucht für sich, die älteste Biermarke Japans zu sein (1888).
In den Anfangsjahren führten Amerikaner und Engländer das Unternehmen, während
Deutsche die Produktion (das Brauen) überwachten
- Kirin - Japanischer Biermarktbeherrscher, gehört zu Mitsubishi



Yebisu Premium (5% und das Y in Yebisu wird nicht gesprochen) Schäumt ordentlich,
Färbung ist ein sattes gelb und beim Öffnen der Dose kommt einem gleich ein wohliger, prickelnder Biergeruch entgegen. Der Geschmack ist immer noch recht dünn, aber
malzig und leicht sauer. Yebisu spricht dafür aber eine hohe Zahl von
Geschmacksrezeptoren an, vielleicht könnte man es von der Qualität mit Gilde
gleichsetzen (für alle Braunschweiger - so wie Wolters), man trinkt es, wenn es
nichts anderes gibt, aber hier ist Yebisu ein Highlight.
- Als Dortmunder Exportlager klassifiziert
- Ist durch Animes berühmt geworde (Evangelion - Misato Katsuragis Lieblingsbier,
Akira)
- Bier im deutschen Stil 1890 in Tokio gegründet neugegründet1971 von Sapporo
Breweries



Kirin Braumeister (5,5%) Mein Lieblingsbier in Japan. Nicht nur, dass es eine
halbe Umdrehung mehr hat als die anderen, es kommt auch vom Geschmack her
norddeutschem Bier recht nahe. Es ist herb, schäumt tüchtig, aber kaum dünn. 
Zwar Lager anstatt Pils, aber wirklich in Ordnung. Nur leider befindet sich Kirin
Braumeister auch vom Preis her ganz oben. Mit 8-9€ für das Sixpack muss man
schon rechnen.

- Wasser, Hopfen, Reis, Malz
- Dieses Bier, gebraut von unserem besten Braumeister, kompromisslos nach
seinen Idealen (so steht es in altdeutschen Lettern auf der Dose)

Sonntag, 3. Februar 2008

Ferien!!!

So, jetzt haben die Ferien angefangen und es wurde auch wirklich Zeit. Langweiliger, sinnloser Unterricht und störende Klausuren haben meine Sehnsucht danach enorm verstärkt. Der Januar war im Grunde der bisher langweiligste Monat bisher. Ich habe keine Ausflüge gemacht und nicht ein einziges Photo geschossen. Da es ohne Bilder aber langweilig ist, gibt's hier nochmal nen lustigen Motorradfahrer aus Tokio.



Tja, was hab ich im Januar gemacht... Ich hab ziemlich viel South Park im Internet gesehen und natürlich hab ich auch etwas mit meinem Umfeld sozialisiert. So hab ich den Januar genutzt, um die Menschen in meinem näheren Umfeld besser kennenzulernen. In Bars oder bei den allmählich berühmt berüchtigten Kaikan-Partys. Der Kaikan ist das andere Wohnheim, wo eigentlich die Ausländer wohnen. Da es im Kaikan ein internes Netzwerk gibt, hatten wir 
beschlossen zusammen ein 
Computerspiel zu spielen. Welches, sag ich jetzt mal nicht... Also habe ich meinen Schleppi zum 
Kaikan rübergetragen und versucht, mich ins Netz einzuklinken. 
Als es nach einer Stunde immer
noch nicht geklappt hat, hatte einer von uns die Idee, es mal in seinem Zimmer zu probieren. Überraschenderweise hat das auch nach zehn Minuten geklappt. Danach ging ich zurück in mein Ursprungszimmer und war auch dort im Netz. Das lustige an der Sache ist, dass ich wohl dem einen seine Netzwerkkennung geklaut habe und er fast einen Tag nicht ins Internet konnte.
Eine andere Anekdote ist noch ganz frisch. Gestern war ich auf einer Veranstalltung des International Club Fukui, bei dem ich nun schon vier Monate lang ein glückliches Mitglied bin. Da der Valentinstag in Japan so eine große Nummer ist, ging es ums Schokolade machen, zubereiten...wie auch immer. Ich habe letztendlich Tausend Yen bezahlt, um drei Stunden in der Küche zu ackern. Ich gehöre zwar offiziell nicht zu den I.C. Mitarbeitern, dem sogenannten "Staff" (die Amtssprache im Club ist in der Regel Englisch), darf aber immer für ihn arbeiten. Soll aber zahlen, wie ein  Gast. Ich glaube, es wird Zeit eine Gewerkschaft zu gründen und den I.C. zu bestreiken. Als ich nach drei Stunden todmüde aus der Küche in den Partyraum gekorochen kam, konnte mich nicht mal das Schokoladenfondue (zubereitet mit meinem Schweiß und Blut - das mein ich wörtlich, denn ich hab mir beim Erdbeeren schneiden das Messer in den Finger gejagt, Freude über Freude...) aufheitern. Nachdem das über die Bühne war, ging ich mit den 
anderen Austauschstudenten in 
die Unisporthalle. Es wurde zwar Volleyball gespielt, was ich seit 
der neunten Klasse abgrundtief
verabscheue, aber am Ende war es doch ganz lustig. Nur ein bisschen kalt. Das ist das Problem hier im Winter. Es ist überall immer nur kalt und beim Volleyball haben wir uns alle nicht wirklich bewegt. Ein langweiliger Sport, wie ich finde. 
Es ist also nicht viel los im Osten. Der Februar wird spannender und ich hab mir vorgenommen auch mal wieder öfter den Photoapparat mitzuschleppen.

Sonntag, 20. Januar 2008

3 Wochen

Ungefähr drei Wochen haben meine guten Vorsätze gereicht. Ein Rekord, wie ich finde. Aber dem Studium widme ich mich nach wie vor. Ein wenig. Hab heute mal versucht Alien versus Predator im Fernsehen auf Japanisch zu gucken...bis ich nach ner halben Stunde gestört wurde. Na ja, egal. Ich hab eh nicht viel verstanden und laut den Zeugenaussagen regelmäßiger Kinogänger sind die AvP-Filme auch nicht wirklich berauschend. Ansonsten gibts nicht viel neues zu erzählen. Der Schnee ist verschwunden. Er kommt zwar immer mal wieder, aber schmilzt dann recht schnell wieder. In Kürze, so gegen Anfang Februar gehen die Ferien los. Darauf stell ich mich innerlich gerade ein. Ich hab noch nicht wirklich eine Ahnung, was ich in den Ferien machen werde. Vom Reisen hab ich gerade, dank der japanischen Hauptstadt, die Faxen tüchtig dicke. Wahrscheinlich bleib ich in erster Linie hier und...lasse einfach mal ein Bild sprechen.


Sonntag, 6. Januar 2008

Frohes Neues

Erstmal ein frohes neues Jahr, wünsch ich. So langsam hab ich meine Neujahrsmüdigkeit besiegt und fange wieder an zu lernen, Sport zu treiben und auf Alkohol zu verzichten. Mal schaun, wie weit die guten Vorsätze diesmal reichen... So, sah es hier übrigens vor ein paar Tagen aus:

Mittlerweile ist der Schnee aber wieder so gut wie weg. Ich hoffe, das bleibt auch so.Der Schnee ist hier etwas anders. Irgendwie nasser und grobkörniger. Manchmal gibt es auch so eine Art Eisregen, der mich immer auf dem Fahrrad erwischt. Das fühlt sich an wie 1000 Nadeln. 
Mein Regenschirm hat in solch einem Sturm dann auch seinen Geist
aufgegeben. Ohne kommt man hier aber wirklich nicht aus. Selbst 
wenn sie alle paar Wochen zerfetzt werden lohnt es sich.

...und morgen muss ich wieder zur Uni. Hab ich eine Lust.