Sonntag, 10. Februar 2008

Bier her, Bier her, oder ich fall um...

So, jetzt stell ich mal aus purer Langerweile sechs ausgesuchte japanische Biersorten vor.
Die Biere werden sich dabei sowohl von der Qualität des Geschmacks, als auch vom Preis
her meiner Kritik stellen müssen. Im vornherein möchte ich mich schon mal bei den
japanischen Brauereien für den Rufmord entschuldigen, den ich gleich begehen werde;-) Dazu gibt es dann auch noch ein paar wissenswerte Fakten 
über die jeweiligen japanischen Biersorten.


Nodogoshi Nama(5%) Nodogoshi ist eigentlich kein Bier sondern ein Bierimitat, hier als Happoshu klassifiziert. Es beinhaltet zwar Wasser, Hopfen und Hefeextrakt, geht aber nicht als Bier durch. Auch nicht vor der Steuer, wo es als Niedrig-Malzbier angesiedelt wird. Das könnte der Grund sein, wieso das Zeug so billig ist. Die Steuern auf Bier sind ziemlich hoch hierzulande. Es schmeckt recht synthetisch. Enorm dünn, säuerlich und mir wird umgehend übel davon. Die Färbung ist dunkelgelb und es schäumt nicht, oder zumindest kaum.



Sapporo Nama (5%) Sapporo Bier ist ähnlich wie Nodogoshi, darf sich aber schon Bier nennen. Wieso, weiß ich auch nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Malzgehalt über 67% ist, 
aber sicher bin ich da nicht. Der Geschmack ist sehr dünn, ein wenig malzig und irgendwie abgestanden, selbst wenn man es gerade geöffnet hat. Die Färbung kommt mir auch etwas
dunkel und trüb vor, wie beim Nodogoshi . Dafür schäumt es aber vernünftig und ist billig.
- Sapporo Bier gibt es seit 1876



Asahi Super Dry (5%) – Asahi Super Dry ist hier so ein typisches Standardbier. Es ist in
jeder Hinsicht im Mittelfeld anzusiedeln. Das Sixpack 0,3er tummelt sich bei circa 7,20€, schäumt, schmeckt dünn, aber nicht abstoßend. Der Geschmack soll wahrscheinlich herb
sein, hat diesen aber um eine Nuance verfehlt und schmeckt eher bitter. Die Färbung ist
ein normales gelb, mutet jedenfalls nicht chemisch an.

- Asahi Breweries Ltd. (Asahi Bīru Kabushiki Gaisha) ist der zweitgrößte Brauereikonzern
in Japan
- Asahi Super Dry ist mit Malz, Hopfen, Mais und Reis gebraut
- Man kann es übrigens auch in Deutschland in Asia Shops kaufen, kostet etwa 1,50€
- Das erste Asahi Bier wurde 1892 gebraut

Hier nochmal was niedliches...

...die Ein-Schluck-Dose für zwischendurch.



Kirin Lager Bier (5%) - Mein Liebling unter den Mittelklasse Bieren. Zwar dünner
Geschmack, im Gegensatz zu Asahi Super Dry aber am herben Geschmack etwas
näher dran. Schaumig, biergelb und leicht bitter im Nachgeschmack. Es haut nicht
vom Hocker, stößt aber auch nicht unbedingt ab. Ich würde sagen, Oettinger ist auf
der Ekelskala zwischen Asahi Super Dry und Kirin Lager Bier anzusiedeln. Vom
Preis her nehmen sich Asahi und Kirin nichts.

- Kirin Lager Bier - beansprucht für sich, die älteste Biermarke Japans zu sein (1888).
In den Anfangsjahren führten Amerikaner und Engländer das Unternehmen, während
Deutsche die Produktion (das Brauen) überwachten
- Kirin - Japanischer Biermarktbeherrscher, gehört zu Mitsubishi



Yebisu Premium (5% und das Y in Yebisu wird nicht gesprochen) Schäumt ordentlich,
Färbung ist ein sattes gelb und beim Öffnen der Dose kommt einem gleich ein wohliger, prickelnder Biergeruch entgegen. Der Geschmack ist immer noch recht dünn, aber
malzig und leicht sauer. Yebisu spricht dafür aber eine hohe Zahl von
Geschmacksrezeptoren an, vielleicht könnte man es von der Qualität mit Gilde
gleichsetzen (für alle Braunschweiger - so wie Wolters), man trinkt es, wenn es
nichts anderes gibt, aber hier ist Yebisu ein Highlight.
- Als Dortmunder Exportlager klassifiziert
- Ist durch Animes berühmt geworde (Evangelion - Misato Katsuragis Lieblingsbier,
Akira)
- Bier im deutschen Stil 1890 in Tokio gegründet neugegründet1971 von Sapporo
Breweries



Kirin Braumeister (5,5%) Mein Lieblingsbier in Japan. Nicht nur, dass es eine
halbe Umdrehung mehr hat als die anderen, es kommt auch vom Geschmack her
norddeutschem Bier recht nahe. Es ist herb, schäumt tüchtig, aber kaum dünn. 
Zwar Lager anstatt Pils, aber wirklich in Ordnung. Nur leider befindet sich Kirin
Braumeister auch vom Preis her ganz oben. Mit 8-9€ für das Sixpack muss man
schon rechnen.

- Wasser, Hopfen, Reis, Malz
- Dieses Bier, gebraut von unserem besten Braumeister, kompromisslos nach
seinen Idealen (so steht es in altdeutschen Lettern auf der Dose)

Sonntag, 3. Februar 2008

Ferien!!!

So, jetzt haben die Ferien angefangen und es wurde auch wirklich Zeit. Langweiliger, sinnloser Unterricht und störende Klausuren haben meine Sehnsucht danach enorm verstärkt. Der Januar war im Grunde der bisher langweiligste Monat bisher. Ich habe keine Ausflüge gemacht und nicht ein einziges Photo geschossen. Da es ohne Bilder aber langweilig ist, gibt's hier nochmal nen lustigen Motorradfahrer aus Tokio.



Tja, was hab ich im Januar gemacht... Ich hab ziemlich viel South Park im Internet gesehen und natürlich hab ich auch etwas mit meinem Umfeld sozialisiert. So hab ich den Januar genutzt, um die Menschen in meinem näheren Umfeld besser kennenzulernen. In Bars oder bei den allmählich berühmt berüchtigten Kaikan-Partys. Der Kaikan ist das andere Wohnheim, wo eigentlich die Ausländer wohnen. Da es im Kaikan ein internes Netzwerk gibt, hatten wir 
beschlossen zusammen ein 
Computerspiel zu spielen. Welches, sag ich jetzt mal nicht... Also habe ich meinen Schleppi zum 
Kaikan rübergetragen und versucht, mich ins Netz einzuklinken. 
Als es nach einer Stunde immer
noch nicht geklappt hat, hatte einer von uns die Idee, es mal in seinem Zimmer zu probieren. Überraschenderweise hat das auch nach zehn Minuten geklappt. Danach ging ich zurück in mein Ursprungszimmer und war auch dort im Netz. Das lustige an der Sache ist, dass ich wohl dem einen seine Netzwerkkennung geklaut habe und er fast einen Tag nicht ins Internet konnte.
Eine andere Anekdote ist noch ganz frisch. Gestern war ich auf einer Veranstalltung des International Club Fukui, bei dem ich nun schon vier Monate lang ein glückliches Mitglied bin. Da der Valentinstag in Japan so eine große Nummer ist, ging es ums Schokolade machen, zubereiten...wie auch immer. Ich habe letztendlich Tausend Yen bezahlt, um drei Stunden in der Küche zu ackern. Ich gehöre zwar offiziell nicht zu den I.C. Mitarbeitern, dem sogenannten "Staff" (die Amtssprache im Club ist in der Regel Englisch), darf aber immer für ihn arbeiten. Soll aber zahlen, wie ein  Gast. Ich glaube, es wird Zeit eine Gewerkschaft zu gründen und den I.C. zu bestreiken. Als ich nach drei Stunden todmüde aus der Küche in den Partyraum gekorochen kam, konnte mich nicht mal das Schokoladenfondue (zubereitet mit meinem Schweiß und Blut - das mein ich wörtlich, denn ich hab mir beim Erdbeeren schneiden das Messer in den Finger gejagt, Freude über Freude...) aufheitern. Nachdem das über die Bühne war, ging ich mit den 
anderen Austauschstudenten in 
die Unisporthalle. Es wurde zwar Volleyball gespielt, was ich seit 
der neunten Klasse abgrundtief
verabscheue, aber am Ende war es doch ganz lustig. Nur ein bisschen kalt. Das ist das Problem hier im Winter. Es ist überall immer nur kalt und beim Volleyball haben wir uns alle nicht wirklich bewegt. Ein langweiliger Sport, wie ich finde. 
Es ist also nicht viel los im Osten. Der Februar wird spannender und ich hab mir vorgenommen auch mal wieder öfter den Photoapparat mitzuschleppen.