Bisher konnte ich mich noch nicht durchringen über meinen Alltag zu schreiben. Das liegt daran, dass er nicht sonderlich spannend ist, wie beinahe jeder Alltag. An einem gewöhnlichen Wochentag stehe ich um neun Uhr auf, dusche mich, essen ein wenig und putze mir dann die Zähne. An den meisten Tagen habe ich erst zwischen 10:30 und 14:45 Unterricht, er beginnt also recht spät. Meistens mache ich in der Zeit vor der Uni, was mir in Hamburg während dieser zwei, drei Stunden nie wirklich gelungen ist - Hausaufgaben. Unter Umständen lerne ich auch Vokabeln oder Schriftzeichen. Mittagessen tu ich meistens in der Mensa, die im Vergleich mit den Mensen der Uni-Hamburg klar gewinnt. Sie ist günstiger und das Essen leckerer. Am liebsten esse ich frittierten Fisch mit Salat, Reis und einer weiteren Beilage wie Miso-Suppe oder Tempura. Danach wird entweder noch etwas an der Uni rumgelümmelt oder ich gehe zu Mitsuwa, um irgendetwas einzukaufen. Mitsuwa ist ein kleines Kaufhaus, das regelrecht an das Wohnheimgelände angrenzt. Von meinem Zimmer bis zur Uni sind es zu Fuß 5 bis 10 Minuten. Dazwischen liegt Mitsuwa, das ich auch gerne als Mittelpunkt meines Alltagslebens bezeichne. Das liegt daran, dass ich fast jeden Tag dort bin. Mistuwa hat im Erdgeschoss einen Supermarkt, in dem an der Obst- und Gemüseecke immer ein furchtbar nervtötendes Lied abgspielt wird, welches einen dazu motivieren soll, gesünder zu essen. Im ersten Stock gibt es alles rund um Schreibwaren, Küche, Bad, Computer, Spielzeug und Kleidung. Der zweite Stock beherbergt ein wenig Elektronik, Werkzeug und Möbel. Für mein Abendessen muss ich aber meistens in die Boulangerie Poire, wo man alles mögliche an Backwaren bekommt, was die europäische Bäckerskunst so hergibt. Am Abend versuche ich mich gerne zu entspannen, mache noch mehr Hausaufgaben, oder treffe mich mit meinen Mitstudenten. Meistens mit deutschen, japanischen, koreanischen und amerikanischen. Das ist von Abend zu Abend verschieden oder mischt sich. Allmählich entstehen hier Cliquen, die untereinander gut vernetzt sind, so dass fast jeden Abend etwas ansteht. Zusammen Abendessen, Filmchen gucken, Karaoke...
Hier sind mal ein paar Photos, die meinen Alltag zeigen:
Der Eingang zu meinem Wohnheim.
Das Institut, in dem ich mich täglich mindestens anderthalb Stunden mit japanischer Sprache beschallen lasse.
Der Turm mit den roten Schriftzeichen und blauen Streifen oben und unten ist Mitsuwa. Das Photo zeigt die Kreuzung direkt vorm Uni-Eingang.
Auch das ist ein Teil meines Alltags, obwohl ich mir gerade größte Mühe gebe, es auf das Wochenende zu beschränken. Ein kleiner Beitrag über japanische Biersorten ist schon in Planung;-)
...und zu guter letzt meine Kurse:
Montag - Deutsche Geschichte und Volksbräuche
Dienstag - Japanische Literaturvorlesung, Lage der Dinge in Japan (Feiertage, Geschichte...), Japanischer Sprachkurs
Mittwoch - Japanische Literaturgeschichte
Donnerstag - Deutsche Gegenwartssituation
Freitag - Japanisch/Chinesischer Kulturaustausch
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